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Renaturierung am Krebsbach hat begonnen

21.12.2020

Vor wenigen Tagen haben die umfangreichen Arbeiten zur Renaturierung des Krebsbaches in Hammersbach begonnen. Bereits vor etwa 15 Jahren wurden einige Teilbereiche des Krebsbaches und seiner Nebenbäche in einen ursprünglichen Zustand versetzt. Dies wird nun auf weiten Strecken des Krebsbaches, der durch Hammersbach fließt, fortgesetzt. Dem Krebsbach soll wieder mehr Platz gegeben werden, er soll sich schlängeln können, und Pflanzen und Tieren soll die Möglichkeit gegeben werden, sich dauerhaft wieder anzusiedeln. Eine große Hürde bei diesem Plan ist die Verfügbarkeit der dazu benötigten Flächen. Deshalb wurde in den letzten Jahren ein Flurbereinigungsverfahren vorgeschaltet, das es der Gemeinde ermöglichte, Eigentum am Rande des Gewässers zu erwerben.

Vor vielen Jahrzehnten wurden die Bachläufe meist begradigt, um einen schnellen Wasserablauf zu schaffen und angrenzende Flächen trocken zu legen. Die Bäche wurden in ein enges Korsett gezwängt und die Felder bis an den Gewässerrand bewirtschaftet. Seit einigen Jahren ist man aber dabei, diese Entwicklung wieder umzukehren, denn die Renaturierung dient sowohl der Ökologie als auch dem Hochwasserschutz. Durch eine Mäandrierung wird der Bachlauf verlängert, das Bachbett wird ausgeweitet und fasst mehr Wasser. Die Uferbereiche werden abgeflacht, so dass das Gewässer in den Auebereichen wieder über die Ufer treten kann. Dies führt dazu, dass an den Unterläufen der Gewässer die Hochwasserspitzen gebrochen werden. Naturnahe, strukturreiche Gewässer sind darüber hinaus in einer intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaft wichtige Lebensräume für die heimische Flora und Fauna.

In einer Studie des Regierungspräsidiums Darmstadt wurde vor einigen Jahren auch für den Bereich des Krebsbaches strukturverbessernde Maßnahmen als dringend eingestuft. Diese Bewertung begründet sich aus der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die verlangt, dass Maßnahmen zu treffen sind, um einen guten ökologischen und chemischen Zustand der Oberflächengewässer zu erreichen. Den Erkenntnissen dieser Studie folgend, wurden in Hammersbach Strecken ausgewählt, an denen die Renaturierungsprojekte als Ausgleichsmaßnahmen für das Interkommunale Gewerbegebiet Limes durchgeführt werden können. Auch an den Einleitestellen des Abwasserverbandes Oberes Krebsbachtal bei der Kläranlage Marköbel gab es im Zuge der Einleitegenehmigungen entsprechende Auflagen, denen nun nachgekommen werden kann. Hierdurch wird die Finanzierung dieser ökologisch wichtigen Maßnahmen erst ermöglicht.

In den nächsten Wochen sollen nun in mehreren Bereichen die Arbeiten weitergeführt werden. Insbesondere die Geländemodellierung ist dabei sehr aufwändig und witterungsbedingt sehr anspruchsvoll.

Bürgermeister Michael Göllner freut sich, dass es nun am Krebsbach vorangeht: „Die Renaturierung unserer Fließgewässer ist eine sehr wichtige Aufgabe. Wir können so in unserer Landschaft wieder naturnahe Strukturelemente einbringen und entlang der Gewässer Biotope neu schaffen und vernetzen. Ich bin froh, dass wir nach den vielen Jahren der Vorarbeiten nun in die konkrete Umsetzung kommen. Enttäuscht bin ich aber vom Land Hessen, das eigentlich für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie verantwortlich ist. Das Land hat das Gutachten seinerzeit bezahlt und durch sein Amt für Bodenmanagement auch die Flurbereinigung ermöglicht. Auf den landeseigenen Flächen, die im Bereich der benachbarten Domäne Marienborn in Eckartshausen liegen, ist man bisher aber nicht bereit, diese Maßnahmen umzusetzen oder uns die Gewässerrandstreifen zum Verkehrswert zu verkaufen, damit wir die Maßnahmen durchführen können. So bleibt ausgerechnet auf dem Boden des Landes Hessen der schlechte alte Gewässerzustand erhalten.“

 

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